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SIMPA

Simultaner Mehrperspektivansatz

Es wird hier die Methode des „simultanen Mehrperspektivenansatzes - SIMPA - nach Dr. Katharina Maucher“ vorgestellt.

Grundlegend

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Simultanen Mehrperspektivenansatzes war die Erkenntnis: Sexueller Missbrauch bildet sich speziell auf drei Ebenen und deren Wechselwirkung ab: Kind, Familie (System), Verdachts-Täter. Nur der gleichzeitige Blick auf diese drei Elemente und ihre Wechselwirkung eröffnen uns eine Idee zu dem Ganzen. Um diese zu gewährleisten braucht es drei ExpertInnen, die als Team den missbrauchsimmanenten Konflikt externalisieren, die drei jeweils am Missbrauch beteiligten Elemente vergegenständlichen und damit den inneren Diskurs sichtbar machen.

Methodisch wird beim "simultanen Mehrperspektiven-Ansatz" (nach Dr. Katharina Maucher) mit indirektem Material gearbeitet. Der Kern dieser Technik besteht darin, dass Material verwendet wird, das über den Verdachtsfall bekannt ist. Unter dem Begriff „Material“ verstehen wir alles Wissen, was eine Person, ein Team o.ä. im Zusammenhang mit einem Missbrauchsverdacht erhoben hat, und zwar zu Kind, System, Verdachtstäter und deren wechselseitigen Beziehungen.

Ein Verdacht des sexuellen Missbrauchs wird - im „EET“ - mit der SIMPA Methode in drei Phasen abgeklärt:

  • 01
    Phase 1
    Verdacht
  • 02
    Phase 2
    Diskussion
  • 03
    Phase 3
    Dialog

Phase 1

Verdacht

Das „Verdachts-Material“ wird drei Externen ExpertInnen durch die Fachkraft vorgetragen. Das Externe ExpertInnen Team ("EET") arbeitet mit der Verdachtsdarstellung, nicht mit der Fachkraft! Bei der Anwendung der Methode des Simultanen Mehrperspektivenansatzes im "EET" sind immer alle drei ExpertInnen anwesend und immer schauen alle drei auf die vorgetragenen Elemente. Nach dem etwa 20 minütigen Vortrag erhalten die Externen Expertinnen die Möglichkeit aus ihrer jeweiligen Perspektive Fragen zu stellen. Durch dieses perspektivenorientierte Zurückfragen können Aspekte, die Verzerrrungstendenzen begründen, aufgedeckt werden.

Phase 2

Diskussion

Die Externen ExpertInnen begutachten und diskutieren das „Verdachts-Material“ aus den drei Perspektiven: Kind, Familie (System) und Verdachtstäter. Währenddessen ist die Fachkraft, die das Material vorgestellt hat, zwar im Raum, darf sich aber nicht einmischen - Sie erlebt quasi von außen mit, wie sich ihr Material in der assoziativen Phase verändert. Nach der Diskussionsphase zwischen den drei ExpertInnen geben diese - jeweils aus ihrer Perspektive - ein Votum zu dem Verdacht ab, das sich orientiert an den Kategorien: Verdacht erhärtet, Verdacht nicht entkräftet, Verdacht entkräftet.
Wichtig: Das Externe Expertinnen Team gibt Voten zum Verdacht. Die Fachkraft, die das Verdachtsmaterial präsentierte, trifft die Entscheidung zum Verdacht und verantwortet sie persönlich.

Phase 3

Dialog

Diese wird auch Dialogphase genannt. Hier kann die Fachkraft bei den Externen Expertinnen noch die Dinge nachfragen und klären, die ihr während Phase 2 wichtig waren. Hier ist nun Gelegenheit, Empfindungen – auch abweichende –, Einschätzungen zum vorherigen Teil zu äußern, Unverstandenes zu hinterfragen und den Gesamtkomplex im Hinblick auf den Verdacht zu diskutieren.

Verdachtsabklärung

Frankfurter Modell

Grundlegend

Die Angst vor dem Verdacht sexueller Missbrauch wurde in Frankfurt am Main "gebannt" durch ein von mir, Dr. Katharina Maucher Diplom-Psychologin und Erziehungswissenschaftlerin, ausgeklügeltes Verfahren. Seit fast 10 Jahren wird im Frankfurter Jugend- und Sozialamt verbindlich nach diesen Standards gearbeitet.

Sie wurden 2009 zusammengefasst in der Broschüre "Frankfurter Modell - Umgang mit dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs".

Hier können Sie das PDF zur Expertinnen- und Expertenrunde vom 4. September 2008 runterladen.

Anwendung

Nullhypothese

Grundlegend

Die Anwendung von SIMPA beim Einstellungsverfahren in Kinder-Einrichtungen. Einstellungsverfahren: „Dem Pädosexuellen auf der Spur”. Mehr zum Thema bei Fegert Kompendium sexueller Missbrauch in Institutionen, S. 455 - 472 Leitungsverantwortung und Leitungsaufgaben in Institutionen.